…Das trifft die Aktivitäten auf diesem Blog momentan wohl ganz gut. Als ich beschlossen habe diesen Blog zu starten, habe ich mir vorgenommen, dass ich einmal die Woche etwas posten will. Dass ich von meinen Abenteuern erzählen möchte, dass ich mir Erinnerungen schaffen will. Diese Erinnerungen schaffe ich, an jedem einzelnen Tag, nur sind es häufig Erinnerungen, die im ersten Moment nicht relevant erscheinen, um auf einem Blog zu veröffentlichen. Und wenn ich dann denke „oh ich sollte dringend mal wieder etwas posten!“, fällt mir häufig nichts ein oder ich schlafe ein, bevor ich überhaupt richtig anfangen kann.

Aber vielleicht kann ich erstmal ein allgemeines Update zu offenen Geschehnissen geben:

Fame 🤍 durfte tatsächlich vor einigen Wochen über die Regenbogenbrücke gehen und spielt jetzt hoffentlich mit ganz vielen Hunden auf einer riesen großen Wiese. Ich mag den Gedanken daran, dass sie jetzt schmerzfrei an einem besseren Ort ist. Sie hatte in den Wochen zuvor häufig Anfälle ohne ersichtlichen Grund. Daraufhin haben wir ihre Ernährung umgestellt und es sah tatsächlich danach aus, als würde das helfen. Sie war wacher und menschenbezogener. Ich war sogar mit ihr wandern an einem meiner freien Tage. Und dann wurden alle Hunde geimpft. In der Nacht nach der Impfung hatte sie fast durchgehend Anfälle. Wir konnten sehen, wie viele Schmerzen ihr diese Anfälle bereitet haben. Daraufhin durfte sie gehen. Auch wenn wir wussten, dass es das Beste für sie ist, waren wir alle sehr getroffen und bedrückt, als sie einen letzten Spaziergang unternommen hat.

Die Lodge: es ist wahnsinnig wie schnell es voran geht. Sah es vor 3 Wochen noch hoffnungslos aus, kann man mittlerweile schon sehen, wie es aussehen wird. Wände stehen, Böden können bald verlegt werden, jeden Tag kommen Pakete mit Dekoration, Kaffeemaschine etc. an. Dass die Saison bald starten soll, merkt man auch daran, dass mehr und mehr Mitarbeiter ankommen. Sowohl für Indoor, als auch für Outdoor. Dadurch wird es momentan in unserer StaffAcco sehr eng und trubelig. Um Platz zu schaffen werden wir als Husky- und Outdoor-Team Anfang Dezember umziehen in ein Haus im Dorf. Das bedeutet für uns jeden Morgen 15 Minuten Autofahrt und das bedeutet 15 Minuten eher aufstehen. Und lasst euch gesagt sein – 15 Minuten können eine ganze Menge sein. Auf der einen Seite freuen wir uns auf mehr Ruhe, auf der anderen Seite fürchten wir, dass wir etwas abgeschottet von allem werden. Aber wir werden sehen.

Am 16. Dezember startet also offiziell die Saison. Wer denkt, dass uns bis dahin bestimmt langweilig wird, der täuscht sich gewaltig. Wir versuchen das Auf und Ab des Wetters zu händeln und warten ungeduldig auf den Schnee, damit wir endlich mit den Schlitten trainieren können. Im Moment trainieren wir auf Snowscootern. Das ist zwar auch eine Menge Spaß, aber ich mein, wer braucht schon Snowscooter, wenn er die Möglichkeit auf Schlitten hat?! 

Bevor die Saison so richtig los geht, heißt es für uns ab dem 03.12. erstmal „Rinki Tinki“. Wer jetzt denkt „Bitte was?!“, reagiert genau so wie ich. Rinki Tinki ist eine Veranstaltung bis Weihnachten in Tärendö. Dort wird ein kleines Weihnachtsdorf errichtet für eine Reisegesellschaft aus Großbritannien. Touristen aus Großbritannien werden mit eigens dafür gebuchten Maschinen also nach Tärendö geflogen und verbringen 1 (!!!) Tag in schwedisch Lapland. Auf jeden Fall definitiv sowas von umweltfreundlich, aber für die Briten das Highlight schlecht hin. Dafür zahlen sie schon auch gern mal 800 € für einen Tag. Warum auch nicht…?! Wir werden in dieser Zeit unsere Hunde mit dem Trailer dort hin fahren und sie müssen den ganzen Tag dieselbe Runde immer und immer wieder vor dem Schlitten laufen. Für Schlittenhunde, die die Weite Laplands gewohnt sind – sterbenslangweilig… Für uns als Team – Stress pur und lange Tage. Aber ich bin auch super gespannt, wie es werden wird. Auf jeden Fall ein neues Abenteuer.

Ich schaue gerade durch meine Bilder. Was ist seit dem Feuer sonst noch so passiert?

Schnee und Kälte!! Unsere neuen Begleiter. Grün wird es hoffentlich nicht mehr und warm auch nicht mehr. -10° C sind mittlerweile leicht zu händeln und ich laufe meistens immer noch im Pullover draußen rum, wenn auch mit mehr Schichten unten drunter. An einem Morgen hatten wir -25° C. Ich sag es euch. Das ist frostig. Aber da ist definitiv noch Luft nach oben. Ende Januar, Anfang Februar kann es hier bis zu -38° C kalt werden. Wie sich das anfühlt? Ich werde berichten.

Mein Auto… wer so wie ich dachte, dass mein Auto gut gewappnet ist – muss euch leider enttäuschen. Für meine Geburtstagsfeier wollten wir in Pajala einkaufen gehen, da es dort einen größeren Supermarkt gibt. Wir schaufeln mein Auto also frei vom Schnee, ich steige ein um das Auto anzumachen…. Nichts. Kein Mucks hat es von sich gegeben… Super… Ich hab mich wochenlang davor gedrückt in der Werkstatt wegen eines Heaters anzurufen und jetzt das… Bleibt mir jetzt wohl nichts anderes mehr übrig außer über meinen Schatten zu springen und die Werkstatt anzurufen… Ein paar Tage später wurde ich das erste Mal in meinem Leben abgeschleppt (Abenteuer pur, wenn es hoch und runter geht, die Bremsen aber teilweise gefroren sind) und dann stand mein Auto da. Eine Woche und ein halbes Vermögen später hat mein Auto eine neue Batterie und einen Heater. Der Roadtrip durch Norwegen wird eher die Sparflamme werden.

Der etwas andere Geburtstag. Wer mich kennt weiß, wie sehr ich Geburtstage liebe. Ich liebe es die wichtigsten Menschen um mich herum zu haben, gemeinsam zu feiern und es uns gut gehen zu lassen. Dieses Jahr war das nicht so einfach möglich. Ich, am anderen Ende von Europa, alle anderen in Deutschland mit dem ganz normalen Alltagswahnsinn. Aber ich hatte einen wunderschönen Tag. Ich habe Kuchen, Ballons und Muffins bekommen, den Tag mit den Hunden verbracht, Geburtstagspäckchen, Videos und Herzensnachtichten aus Deutschland bekommen. Es war ein anderer aber ein wunderschöner Geburtstag. Ein paar Tage später habe ich dann tatsächlich für alle gekocht und wir saßen gemütlich zusammen, haben gegessen und getrunken und die Zeit genossen.

Ich fühle mich mittlerweile sehr Zuhause hier oben und merke Tag für Tag, wie schnell die Zeit vergeht. Immerhin ist schon der erste Advent. In großen Schritten geht es jetzt auf Weihnachten und Neujahr zu und dann ist das Kapitel 2021 beendet. Auf der einen Seite bin ich sehr gespannt auf Weihnachten und Silvester hier oben, auf der anderen Seite werde ich Weihnachten zuhause vermutlich schon sehr vermissen. Aber auch das ist eine Erfahrung wert.

Ich werde in nächster Zeit versuche, wieder häufiger etwas zu schreiben und neue Ideen zu finden. Vielleicht auch etwas losgelöst von meinem Schweden-Abenteuer.

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1 Kommentar

  1. Das hört sich nach viel Arbeit , Abenteuer und Spaß an . Ich denke mal das du keine Schlafstörungen hast . Ich kann mich aus meine Kindheit ( vor 100 und mehr Jahren) erinnern das es 2 m hohes Schnee gab und mehr als -20 C. Cool.
    Viel Spaß weiter hin und wir freuen uns auf weitere Berichte . Wenn du wieder zu Hause bist kannst gleich Buddy mitnehmen 😀

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