Eigentlich wollte ich hier jetzt los schreiben mit 1. Etappe, 2. Etappe und so weiter. Hab aber gemerkt, dass mich das selbst viel zu sehr langweilt. Also nur die Kurzzusammenfassung:

Der anstrengenste Part der Fahrt: Deutschland. Dafür einen wunderschönen Abend in Braunschweig verbracht. Die Überfahrt: sehr angenehm, aber viel zu kurze Nacht. 1. Etappe in Schweden: Trelleborg bis Stockholm, sehr entspannt, die Schweden kündigen an, wenn ein Blitzer kommt, die schwedischen Frühstücks-Pfannkuchen schmecken nicht. 2. Etappe: Stockholm bis Umeå, längste Fahrt, Panik wegen Falschtanken, Übernachtung in einem ehemaligen Gefängnis von 1861, Spaziergang am Wasser mit wunderschönem Sonnenuntergang, sehr schöne Studentenstadt, dort würde ich definitiv auch studieren.

Der eher aufregende Teil war tatsächlich die letzte Etappe von Umeå nach Kangos. Es war eine Strecke von ungefähr 600 km. In Schweden ist jedoch die Höchstgeschwindigkeit 120 km/h und auf der Etappe war es überwiegend 110 km/h. Zum Fahren sehr entspannt, aber es dauert alles etwas länger. Während der Vorbereitungen auf diese große Fahrt wurde ich häufig gefragt: „Okay und du willst echt mit deinem Auto fahren?“ Ja ich weiß, es hat nur bedingt die besten Vorraussetzungen gehabt, wegen diverser Vorkommnisse in den letzten Monaten, aber ich war überzeugt: „mein Auto schafft das! – Locker!“ Die Werkstatt hat mir geraten, dass ich nach 1000 km Öl nachfüllen soll, aber sonst sei alles tip-top.

War es bis Umeå auch. Vor meiner Abfahrt aus Umeå habe ich noch Öl nachgefüllt und bin gemütlich mit 110 km/h los. 200 km vor meinem Endziel dann irgendwo mitten im Nirgendwo die Motorkontrollleuchte… Panik. Was mach ich bitte mitten im Nirgendwo, wenn mein Auto stehen bleiben sollte? Klar, eine ADAC-Mitgliedschaft hab ich abgeschlossen, aber ob die mich so schnell finden würden? Ich hatte ja selbst nicht mal einen Plan wo ich war. Also erstmal Dietmar angerufen. Er ist die beste Adresse für sowas. Seine Devise: „Solange sie gelb leuchtet, einfach weiter fahren.“ Also bin ich 200km durch das Nirgendwo gefahren, immer mit Blick auf die Kontrollleuchte und darauf keine am Wegrand stehenden Rentiere zu überfahren. Kurze Randnotiz vorne weg: ich habe es geschafft und alle Rentiere leben noch.

Nächstes Problem: Wenn man irgendwo im Nirgendwo ist, gibt es auch keine Tankstellen. So musste ich zusehen, wie die übrigen Kilometer zum Ziel weniger wurden, mein Benzin parallel aber auch. Ich bin hier zwar angekommen, nur wie häufig ich mit dem verbleibenden Benzin noch zum Einkaufen komme (20 Minuten entfernt), wird sich zeigen.

Apropos einkaufen: Ich wollte noch zwei, drei Sachen einkaufen, bevor ich in der Pinetree Lodge ankam. War zwar nicht in mein Benzinproblem einkalkuliert, aber hat trotzdem gereicht. Ich habe den Kassierer dann gefragt, wo die nächste Tankstelle ist, was mich zu meinem nächsten, wohl aller größten Problem führt: Sprachbarriere!!!

„Excuse me. I am looking for a… Bensin Station… I already was in Kangos but there the bensin is empty…“ Der Kassierer musste sich ein Lächeln verkneifen und sagte: „Oh you mean Petrol Station? The next one ist 56 km from here.“ War ja klar… Petrol Station.. wie komme ich denn bitte auf Bensin Station? Naja, warum auch nicht direkt alle Fettnäpfchen mitnehmen…

Nach einer langen, langen Fahrt und noch mehr Nerven, kam ich in der Pinetree Lodge an. Endlich!

Ich hatte also noch einen halben Tag Zeit um anzukommen, Sachen auszupacken und was zu essen, bevor es am 01.09.2021 morgens um 06:45 Uhr los ging. Die ersten Arbeitstage! Aber dazu mehr im nächsten Post.

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1 Kommentar

  1. Sonnenuntergang in Schweden – Neid… Da bekommt man doch richtig Lust auch mal wieder hinzufahren. Kann man Dich besuchen? Wir hätten im Oktober ja noch zwei Wochen Urlaub…
    Und – ich bin ja richtig froh, dass ich nicht der einzige Englischlegastheniker bin. Bin schon gespannt auf die Huskyfotos…

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