Also eigentlich wollte ich in diesem Post mal was anderes machen und ein Video hochladen, in dem ich ein bisschen erzähle und nicht so viel schreibe. Tja, das lässt WordPress leider nicht zu und die Videos sind zu groß. (Falls da jemand weiß, wie das geht – Ratschläge sind immer gern gesehen 😉)

Jetzt bin ich tatsächlich einen Monat schon hier – verrückt oder? Die Zeit verfliegt so unheimlich schnell und ich kann es nach wie vor nicht begreifen, dass ich hier in Schweden bin, dass ich hier lebe und es nicht nur ein langer Urlaub ist. Aber langsam spielt sich eine gewisse Routine ein. Es fällt mir leicht morgens aufzustehen, mich anzuziehen und um 7 Uhr anzufangen. Ich falle abends um 21 Uhr ins Bett und bin platt. Aber nicht platt im Sinne von erschöpft, sondern platt im Sinne von ausgelastet und zufrieden. Ich genieße es den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein und es fühlt sich an, als hätte ich nie etwas anderes zuvor gemacht.

Im Moment haben wir keine Touren und nur wenige Touristen, da die Saison erst im Dezember wieder anfängt. An alle, die mich besuchen kommen wollten: ich muss euch leider enttäuschen. Wir sind komplett ausgebucht von Dezember bis April. Explore the North hat einen Vertrag mit Nordic, einem Reiseveranstalter, der alle Zimmer für diesen Zeitraum hat. Und wenn man über Nordic bucht, zahlt man ein halbes Vermögen. 

Dass wir keine Touren haben, bedeutet nicht, dass die Tage langwierig sind. Wir bereiten uns gerade auf die Wintersaison vor. Das heißt, wir trainieren die Hunde und bereiten sie darauf vor, Distanzen von bis zu 25 km an mehreren Tagen hintereinander laufen zu können. Das Training macht riesen Spaß und zählt definitiv zu einem meiner Highlights. Die Hunde sind so wahnsinnig aufgeregt, sobald sie verstehen, dass es raus geht, dass alles schnell, aber mit so viel Ruhe wie möglich ablaufen muss. Gar nicht so einfach, den eigenen Stresslevel minimal zu halten.

Neben den Vorbereitungen auf den Winter lagern wir Heu ein, rechen die Kennel eben, damit wir es im Winter einfacher haben Schnee zu schippen, lagern Futter ein, kürzen regelmäßig die Krallen der Hunde, verteilen Stroh in den Hundehütten und und und. Wir selbst haben am 01.10. mit dem Aufbau unseres Vitamin D- Spiegels angefangen. 100 Mikrogramm pro Tag – so hoch ist die benötigte Menge hier in Vorbereitung auf die Dunkelheit.

Die Dunkelheit. Davor hab ich echt einen riesen Respekt. Bisher ist es noch ertragbar. Es gibt Tageslicht und wir merken lediglich, dass die Tage kürzer werden. Mittlerweile wird es um 16 Uhr dunkel. Die Tage verkürzen sich solange, bis im Dezember die vollkommene Dunkelheit herrscht und es lediglich für 2-3 Stunden dämmert. Da ist Arbeiten mit Stirnlampe angesagt. Bisher unvorstellbar.

Um einen kleinen Einblick vermitteln zu können, wie es hier aussieht, habe ich ein kleines Video zusammen geschnitten. Allerdings hat die Qualität beim hochladen auf YouTube sehr gelitten. Ja, ich lerne das Ganze hier auch erst Step-by-Step kennen. (Auch hier gilt: Tipps sind herzlich willkommen 😉)

https://youtu.be/F2zAYatbY4k

Wenn ich meinen Text so lese, erweckt es den Eindruck, dass hier wirklich alles Friede-Freude-Eierkuchen ist… Aber wo viele Tiere auf einem Haufen sind, gibt es auch den ein oder anderen Zwischenfall. Von Streitigkeiten zwischen den Hunden und daraus resultierende kleine Wunden, über Fieber bis hin zu Entzündungen. Aber es gibt auch schwer wiegende medizinische Fälle. So zum Beispiel auch Fame.

Sieht man Fame in meinem Video mit den Welpen um die Wette düsen, meint man dass sie komplett gesund ist. Sie ist jung, gerade mal 1,5 Jahre alt und liebt es zu rennen. Vor 2 Monaten hatte sie das erste Mal einen epileptischen Anfall. Damals wurde es auf die erste Hormonumstellung geschoben. Vor zwei Wochen hatte sie erneut epileptische Anfälle. Sechs Stück an einem Tag. Als ich das das erste Mal gesehen habe, war ich vollkommen in Schockstarre. Ich war komplett überfordert. Seit diesem Tag kommen die Anfälle regelmäßiger. Für einen so jungen Hund kein gutes Zeichen. Für ein Unternehmen, das durch diese Hunde existiert – untragbar. Das Gute ist, dass Sara, die Geschäftsführerin, nichts unversucht lässt Fame zu halten. Werden die Anfälle jedoch regelmäßiger, kann das auch auf einen Tumor im Gehirn hindeuten und dann ist es das beste für das Tier einschlafen zu dürfen.

Für mich war dieses Erlebnis sehr aufreibend und ich habe versucht alle Hebel in Bewegung zu setzen und alle Überredungskunst daheim anzuwenden, dass ich sie mit nach Deutschland bringen kann. Allerdings habe ich eingesehen, dass, wenn es ihr wirklich nicht besser geht, es für sie keine Erleichterung wäre, sie nach Deutschland zu bringen. Mama, falls du das liest, ich hab hier noch ein paar (gesunde) Kandidaten, die ich stattdessen mitbringen könnte – oder doch Fame, wenn die Anfälle besser werden. 😉

Aber trotz allem überwiegt einfach das Gute, das Schöne, die Natur und die tollen Erlebnisse und Erfahrungen. Wir hoffen einfach, dass alles gut wird. In welche Richtung auch immer das ist. Ich werde berichten 😊

 

Vielleicht gefällt dir auch das:

1 Kommentar

  1. Sprachlos und überwältigt… besser kann ich es nicht beschreiben. Super geschrieben, man kann es sich alles sehr gut. Vielen Dank für die viele Zeit, die du hier für uns investierst, um uns teilhaben zu lassen. Vielen Dank.😊😊😊

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert